Fan-Fiction/Fanfiction oder kurz Fanfic oder auch nur FF, […] ist die Bezeichnung für Werke, die von Fans eines literarischen oder trivialliterarischen Originalwerks […] oder auch real existierender Menschen […] erstellt werden, welche die Protagonisten und/oder die Welt dieses Werkes bzw. die jeweiligen Personen in einer neuen, fortgeführten oder alternativen Handlung darstellen.“ 

Das ist die Definition einer Fanfiction laut Wikipedia. Und glaubt mir, wenn ihr bis jetzt noch nicht viel bis gar nichts damit zu tun hattet, dann wollt ihr das auch am besten so bleiben lassen. Obwohl diese Definition der Fanfictions wie ein wunderbarer Weg scheint, die kreative Seite aller hochschlagenden Mädchen- (und auch Jungen-)herzen auszuleben, gibt es kaum eine dunklere Seite des Clearnets als diese Community. 

Um den Teenagern dieser Zeit allerdings etwas Würde zu bewahren: Wir waren bei Weitem nicht die ersten, die ihre Imagination von den fiktionalen Ausdünstungen anderer, genialerer Gehirne beflügeln haben lassen. Manche würden zum Beispiel bereits Dantes „Divina Commedia“, entstanden Anfang des 14. Jahrhunderts, als Bibel-Fanfiction bezeichnen. 

Und obwohl wir uns inzwischen weiterentwickelt haben und statt hunderte Seiten langen Büchern nur noch auf Websiten wie Wattpad, AO3 oder FanFiction.de publizieren, hat sich doch nicht so viel geändert – mit einem doch sehr gravierenden Unterschied: Man muss kein sehr seltener Gelehrter mehr sein, der die Ehre hatte, Lesen und Schreiben lernen zu dürfen, man muss lediglich die zweite Klasse bestanden haben.  

Hier sind wir auch leider schon beim berüchtigten Problem der Fanfics, denn anders als bei Büchern besteht hier keinerlei Qualitätskontrolle (egal ob ihr Potterhead seid oder nicht, für das perfekte Negativbeispiel empfehle ich das Hörbuch zu „My Immortal“, ich verspreche euch, falls euer Gehirn euch danach nicht aus den Ohren gequollen ist, versteht ihr exakt, was ich meine). Das endet damit, dass man nicht nur mit Grammatik und Rechtschreibung umgehen muss, die selbst einem Analphabeten die Haare zu Berge stehen lassen würden, man setzt sich auch gezwungenermaßen viel zu viel schlechtem Smut aus. Smut, das ist der Fanfictionbegriff für Erotikliteratur, und ja, erotische Liebesgeschichten zwischen seinen Lieblings-Videospielcharakteren zu lesen ist exakt so schlimm, wie es sich anhört. 

Aber was hat Fanfiction tatsächlich mit dem Autorsein zu tun?  

Wie sich herausstellt: gar nicht so wenig. Viele Autoren, die später ihrer Wege von großen Büchern gehen würden, haben im bescheidenen Fanfiction-Business begonnen. In Zeiten, in denen solche Geschichten teils Millionen von Aufrufen bekommen, ist Fanfiction eine der besten Möglichkeiten, sich eine aktive Community innerhalb der Lesergemeinschaften aufzubauen.

Und selbst, wenn man sich auf der Suche nach der perfekten Fanfiction durch eine Menge, sagen wir mal, fragwürdigen Müll wühlen muss: Mit etwas Glück stößt man schlussendlich doch auf eine Goldvene. 

Um euch diese Suche zu erleichtern, wollte ich euch eine kurze Liste an lesenswerten Empfehlungen geben, bis mir aufgefallen ist, dass ich es komischerweise in all meinen Jahren im Internet konsequent geschafft habe, um die meisten Fanfictions einen großen Bogen zu machen. Deshalb habe ich ein paar belesenere Freunde nach tatsächlich guten Empfehlungen gefragt, hier kommen die Tops: 

  • What You Don’t Know von Ariplane, Fandom: Tangled, Sprache: Englisch 
  • Three of Hearts von misshoneywell, Fandom: Hunger Games, Sprache: Englisch 
  • Salvage von MuffinLance, Fandom: Avatar: The Last Airbender, Sprache: Englisch (Deutsche Übersetzung hier
  • This Bites! von Xomniac, Fandom: One Piece, Sprache: Englisch 

Hier das TL;DR dieses Artikels: 

Fanfiction ist komisch. Und zwar so richtig. Oft haben die Texte die schlechten Klischees, die ihnen nachgesagt werden, verdient, allerdings gibt es hin und wieder die seltenen Fälle, in denen man Wunder- und Gesamtkunstwerke findet.  

Jedoch hat jeder Mensch ein Bedürfnis, sich auszudrücken und seinen Gedanken Luft zu machen, wenn dabei auch noch eine fesselnde, spannende, herzzerreißende oder rührende Geschichte bei rumkommt, umso besser!  

Foto: Paulina Heeg 

Meine Inspirationen zu diesem Artikel: 

Ein Gedanke zu „Die wunderbare Welt der Fanfictions“

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