Interview mit unserem ehemaligen Mitschüler Theo Wissel, der auf ein Sportinternat gewechselt ist

Theo Wissel (Jahrgang 2009) war bis zur 8. Klasse am Hanns-Seidel-Gymnasium, ehe er auf ein Sportinternat nach Mainz wechselte. Dort verfolgt er seither seinen großen Traum, Profifußballer zu werden. Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft haben wir ihm einige Fragen gestellt.

Das Netz: Was machst du, abgesehen vom Fußball, gerne in deiner Freizeit?

Ich habe nicht so viel Freizeit, aber wenn ich welche habe, dann treffe ich mich meist
mit meinen Freunden.

Das Netz: Was ist dein Lieblingsfach?
Mein Lieblingsfach ist Sport.

Das Netz: Wer war dein Lieblingslehrer oder Lieblingslehrerin am HSG?
Ich mochte gerne Herrn Davis und Herrn Maier.

Das Netz: Wer ist dein Lieblingsspieler und was ist dein Lieblingsverein?
Mein Lieblingsspieler ist Cristiano Ronaldo und mein Lieblingsverein ist der FC Bayern
München.

Das Netz: Seit wann spielst du Fußball und wie ist deine bisherige Spielerkarriere
verlaufen?
Ich habe mit 4 Jahren beim TSV Eintracht Rottenberg angefangen zu spielen, bin mit 9
Jahren in die U10 zu Viktoria Aschaffenburg gewechselt und bin schließlich mit 12
Jahren in die U13 beim FSV Mainz 05 gekommen.

Das Netz: Welche Position spielst du?
Ich spiele im zentralen Mittelfeld. Das sind die Spielmacher, die das Spiel gestalten.
Eine sehr wichtige Position im Fußball.

Das Netz: Bist du Links- oder Rechtsfuß?
Ich bin beidfüßig. (Anmerkung der Redaktion: Nur etwa 18 Prozent aller Fußballer sind beidfüßig.)

Das Netz: Welche Rückennummer hast du und hat diese eine Bedeutung?
Ich habe keine bestimmte Rückennummer, denn diese werden in jedem Spiel
gewechselt. Wenn ich mir eine aussuchen dürfte, dann wäre es die 10 oder die 8, denn
diese passen am besten zu meiner Position.

Das Netz: Wie kam es zu deinem Wechsel nach Mainz?
Ganz am Anfang, als ich noch bei Viktoria Aschaffenburg gespielt habe, bin ich Mainz
wegen meiner Leistung aufgefallen. Dann wurde ich zu einem Training dort eingeladen,
habe das dann gut gemacht und bin in die U13 nach Mainz gewechselt. Danach habe
ich zwei Jahre dort gespielt, aber dann ist das mit dem Fahren zu viel geworden. Ich
musste ja mehrmals die Woche dorthin und war gleichzeitig in Hösbach in der Schule.
Da musste ich dann die Entscheidung treffen, ob ich ins Internat gehen will.

Das Netz: Kannst du einmal kurz deinen gewöhnlichen Tagesablauf beschreiben?
Um 8:20 Uhr geht die Schule los. Während den Stunden dürfen die Mainz-Spieler für
eine Schulstunde, dienstags und donnerstags in der 4. Stunde, aus dem Klassenzimmer gehen
und haben Krafttraining. Die Schule geht dann immer bis 15:45 Uhr, außer freitags, da
dauert sie nur bis 13:30 Uhr. Ich komme meist um circa 16 Uhr wieder am Internat an, habe
eine Stunde Pause und fahre dann um 17 Uhr zum Training. In Mainz ist das nämlich ein
bisschen anders geregelt: Das Internat ist in der Innenstadt, ungefähr in der Mitte zwischen der
Schule und dem Traingsplatz. Die Schule ist öffentlich, hat aber eine Partnerschaft mit
Mainz 05. Das Training geht dann von 17:45 Uhr bis 19:30 Uhr. Abendessen gibt es um
20:30 Uhr. Danach bin ich fertig für den Tag.


Das Netz: Wie sieht dein Zimmer aus?
Ich habe ein Einzelzimmer. Hier stehen zwar zwei Betten, die aber beide für mich sind.
Außerdem habe ich noch ein Bad. Das ist hier praktisch ein Flur mit mehreren Zimmern,
ein bisschen wie im Schullandheim. Jeder Flur, wir nennen es WG, hat eine
gemeinsame Küche. In einer WG wohnen ungefähr 10 Leute. Hier wohnen aber nicht
nur Fußballspieler, sondern auch Menschen, die zum Beispiel eine Ausbildung zum Handwerker
machen. Das ist auch so etwas, das in Mainz etwas anders gestaltet ist. Man kann ab
14 Jahren, also ab der U15, hier wohnen. Wenn ich mit der Schule fertig bin, dann muss
ich aus dem Internat raus.

Das Netz: Wie oft hast du Training und Spiele?
Training ist viermal die Woche und am Wochenende dann ein Spiel.

Das Netz: Wann hast du Zeit für Hausaufgaben und was machst du, wenn du mal
Hilfe bei ihnen benötigst?
Wir haben in der Schule eine extra Hausaufgaben-Stunde und haben hier im Internat
Pädagogen, die unsere Ansprechpartner sind und uns helfen. Es ist immer einer vor Ort,
der helfen kann.

Das Netz: Was würde passieren, wenn deine Noten plötzlich schlechter werden
würden?
Es gibt dann von Mainz eine extra Nachhilfe, wenn man nicht so gut in der Schule ist. Es
kann auch sein, dass man bei schlechtem Verhalten in der Schule mal vom Training
ausgeschlossen wird.

Das Netz: Gehst du mit deinen Mitspielern in eine Klasse?
Gerade gehen alle, die auch auf dem Internat sind, ebenfalls in meine Klasse, aber
wenn in der nächsten Saison noch mehr kommen, dann wird das doch ein bisschen
aufgeteilt, weil es sonst einfach zu viel wird.

Das Netz: Wenn du nicht mehr spielfähig wärst, müsstest du dann wieder raus aus
dem Internat?
Ja, ich müsste dann wieder zurückziehen. Ich kann nur so lange dort wohnen, wie ich
auch gut Fußball spiele.

Das Netz: Was vermisst du am meisten aus deinem alten Leben?
Definitiv meine Freunde und Familie.

Das Netz: Musst du deine Wäsche selbst waschen und dein Zimmer selbst putzen,
oder macht das jemand für dich?
Mein Zimmer wird von Leuten, die putzen, sauber gemacht. Die Trainingsklamotten
könne wir zum Waschen abgeben, aber private Kleidung müssen wir selbst waschen.
Die nehme ich dann immer mit heim.



Das Netz: Was machst du, wenn du krank wirst und plötzlich zum Arzt musst?
Wenn ich jetzt richtig, richtig krank wäre, dann würde ich abgeholt werden und
heimfahren. Aber wenn es nur kleine Sachen sind, dann kann ich auch zu den
Pädagogen gehen, die mich dann zum Arzt bringen.

Das Netz: Weißt du ungefähr, wie hoch die Chance ist, dass du Profifußballer
wirst? Und was ist dein Berufswunsch, wenn es mit Fußballer nichts wird?
Also die Chance ist schon sehr, sehr niedrig. Vielleicht 0,01 Prozent . (Anmerkung der
Redaktion: Laut Google liegt die Chance sogar bei 2,3 – 5 Prozent!)
Einen anderen
Berufswunsch habe ich gerade noch nicht. Ich möchte auf jeden Fall mein Abitur
machen und muss danach mal gucken.

Das Netz: Hast du einen Ernährungsplan?
Nein, einen Ernährungsplan habe ich nicht, aber ich soll schon auf meine Ernährung
achten und nicht nur ungesundes Essen essen.

Das Netz: Wie oft siehst du deine Familie?
Jedes Wochenende. Ich komme meist Samstagabend, nach dem Spiel, zurück und
fahre dann sonntags wieder nach Mainz.

Das Netz: Was ist dein nächster Schritt?
Ich will in den nächsten Saisons auf jeden Fall Stammspieler bleiben und vielleicht
auch mal in die Jugendnationalmannschaft kommen.

Das Netz: Vielen lieben Dank für das Interview!

Fotos: Theo Wissel

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